Jorge Arbusto als Hebamme....
| Von Martin Kilian um 19:43 | [ Charlottesville, Virginia ] |
Und inmitten der epischen Auseinandersetzung zwischen Hillary Clinton und Barack Obama bewegt die Demokraten bereits die Überlegung, wer im Herbst der bessere Kandidat gegen Senator McCain wäre. Keinesfalls wird diese Frage in einem Vakuum gestellt, sondern im Rahmen einer bedenklichen Wirtschaftslage und vor dem Hintergrund der Kriege im Irak und in Aghanistan sowie der Präsidentschaft George W. Bushs. Wäre die Regentschaft des Texaners auch nur halbwegs erfolgreich verlaufen und hätte sich nicht in extremen politischen Positionen sowie einem erstaunlichen amerikanischen Prestigeverlust manifestiert, wäre die Auseinandersetzung zwischen Hillary Clinton und Barack Obama längst zu Gunsten der Senatorin aus New York entschieden worden. Ihre Erfahrung, ihr Bekanntheitsgrad und ihr unbestreitbares Können hätten den Ausschlag gegeben, die Demokraten sich mithin für das Vertraute und Bekannte entschieden.
Dass der vor vier Jahren noch nahezu unbekannte Senator aus Illinois Clinton nun die Show stiehlt, widerspiegelt indes, dass sich die Vereinigten Staaten nicht in gewöhnlichen Zeiten befinden. Die Empfindungen der Amerikaner sind in dieser Wahlsaison geprägt von Sorge um die Zukunft des Landes – und von einer tiefsitzenden Müdigkeit mit dem Status quo in Washington. Barack Obama hat bislang davon mehr profitiert als Hillary Clinton, ja es könnte argumentiert werde, dass das Scheitern George W. Bushs den ersten ernstzunehmenden schwarzen Präsidentschaftskandidaten der amerikanischen Geschichte hervorgebracht hat. Zumindest auf dieses Vermächtnis kann sich dieser schwierige Präsident etwas einbilden.

