14.4.2008

Clintonistas in der Offensive!....

Von Martin Kilian um 21:58 [ Chambersburg, Pennsylvania ]
In Chambersburg im Süden des Staats Pennsylvania bin ich gelandet, wo bekanntlich in acht Tagen die demokratischen Vorwahlen anstehen. Barack Obama hätte es sowieso schwer gehabt in diesem Staat, nach dem Wirbel um seine Bemerkungen über Arbeiterschicht und Landbewohner in Pennsylvania aber könnte ihm am nächsten Dienstag eine schallende Ohrfeige drohen.

Hillaryland versucht nun die Debatte über Obamas Wählbarkeit bei den Präsidentschaftswahlen im Herbst neuerlich zu entfachen. Mit wenigen Ausnahmen (Wisconsin und Maryland kämen mir in den Sinn) hat Obama tatsächlich bei der weissen unteren Mittelklasse nicht reüssiert. Er hat mit Latino-Wählern Probleme (ein Grund: die oftmals problematischen Beziehungn zwischen Afroamerikanern und Latinos) sowie auch mit jüdischen Wählern, was ihm, so er der demokratische Kandidat wäre, Schwierigkeiten bescheren könnte in Florida. Zumal, so das weitergesponnene Argument der Clintonistas, mit Obama die Gefahr bestehe, dass neue Skandälchen und Ungereimtheiten zum Vorschein kommen, die von den Republikanern ausgebeutet würden.

Mag sein, mir aber scheint, dass die kommende Wahl auf dem Terrain einer Wirtschafts- und Finanzkrise ausgefochten und überdies einer profunden amerikanischen Sehnsucht nach Wandel Rechnung tragen wird. In diesem Falle kann ich mir nur schwerlich vorstellen, dass eine Mehrheit der Wähler zu Mac McCain überlaufen wird. Der Mann tönt bisweilen…ähh…antiquiert. Andererseits sollte nicht vergessen werden, dass es den Republikanern und ihren Alliierten 2004 tatsächlich gelang, einen ausgewiesenen Kriegshelden (John Kerry) in einen Feigling und Un-Patrioten zu verwandeln. Wer weiss, was mit Barack Obama machbar wäre?


Im Übrigen hat Obama natürlich Recht, die Bitterkeit der amerikanischen Unterschichten in Pennsylvania – und nicht nur dort - zur Sprache zu bringen. Aber es klang mit Verlaub bescheuert, wie er es sagte. Der Ton macht die Musik. Oder?