Love and peace, baby!....
| Von Martin Kilian um 18:36 | [ Bisbee, Arizona ] |
Sicherlich wird der Senator bei den Präsidentschaftswahlen im Herbst in Arizona siegen, in Bisbee allerdings wird er verlieren. Malerisch liegt das Städtchen inmitten der Wüstenhügel des südöstlichen Arizona, umgeben von Bergwerken, in denen Kupfer abgebaut wurde. Als die Minen Mitte der siebziger Jahre schlossen, entdeckten Hippies das pittoreske Nest – und rückten in Scharen ein. Das Städtchen entwickelte einen verdienten Ruf als Hochburg alternativer Lebenskünstler, die Gallerien und Kneipen gründeten oder einfach den Rauch des Hanfs zufrieden in die Wüste bliesen. Inzwischen sind sie in die Jahre gekommen, ohne dass sich ihre Lebenseinstellung wesentlich geändert hätte.
Es mangele ihnen, nun ja, an einer gewissen Arbeitsmoral, klagt Patty, die vor zwei Jahren ein Hotel in Bisbee eröffnete. Die örtliche Wirtschaft lebe vom Tourismus, viele Geschäfte aber seien nur sporadisch geöffnet, klagt die Hotelbesitzerin. Auch sei lachhaft, dass bisweilen einfach so ein Schild an einer Ladentür hänge, worauf ohne Zeitangabe verkündet werde, der Inhaber sei «in einer Stunde» wieder zur Stelle. Um zwei Uhr? Oder um vier?
Die Hippies wiederum beäugen misstrauisch das Treiben der Geschäftstüchtigen, die Bisbee endlich zu touristischer Blüte verhelfen wollen. «Wir mögen es ein wenig langsam», sagt Loki, der am frühen Nachmittag im St.Elmo, seiner Stammkneipe, zu finden ist. Längs des Tresens grüssen wehende Bärte und lange Haare mitsamt einem Lebensgefühl, das mit einem Präsidenten McCain schlicht unvereinbar wäre. Gewiss wird Arizona seinen «Favorite son» im Herbst auf den Schild heben, in Bisbee allerdings muss sich der Senator mit dem zweiten Platz begnügen. Love and peace, baby!

Loki in seinem Element...
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